Tierrechte und Ableismus

Der Artikel Are Disability Rights and Animal Rights Connected? beschreibt eine thematische Verknüpfung, die ich bis dahin noch nicht kannte: Tierrechte und Ableismus (die Diskriminierung aufgrund von Behinderung).

Körperlichkeiten

Hand und Hund

Sunaura Taylor hat eine angeborene Behinderung, Arthrogryposis. Sie kann beispielsweise ihre Arme nur eingeschränkt einsetzen und benutzt einen elektrischen Rollstuhl. Als Kind wurde sie deswegen mit abwertenden tierischen Atributen versehen: Sie „gehe wie ein Affe“ oder „fresse wie ein Hund“. Mitmenschen nutzen dies, um sie zu degradieren und sie unterzuordnen.

Reduktion

In ihrem Buch „Beasts of Burden: Animal and Disability Liberation“ erklärt Tayloer, dass eine Reduktion auf Körperlichkeit in eine Trennung von „behindert“ und „nicht-behindert“ aber auch von Mensch und Tier resultiert. Eine Unterteilung, die genau betrachtet eigentlich nicht vorhanden oder nur ein vorübergehender Zustand ist. Der Mensch ist auch ein Tier und Alter, Krankheit oder Unfälle können zu einem behinderten Körper führen.

Unterdrückung

Tayler benutzt also das Motiv der Unterdrückung aufgrund eines behinderten oder nicht intakten Körpers, sich für andere unterdrückte aber nichtmenschliche Lebewesen einzusetzen. Sie legt den Fokus auf „Nutztiere“, die ebenfalls vor allem körperlich wahrgenommen werden. Landwirtschaftlich genutzte Tiere sind Ressourcen und Produktionseinheiten.

Fazit

Der Artikel stellt die Verbindung von Diskiminierung, Wertzuschreibung, Körperlichkeit und Tierrechten vor und war für mich ein Einstieg in diese verknüpfte Thematik.

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Das schöne Leben

Die intensive Beschäftigung mit der industriellen Tierhaltung kann anstrengend und kräftezehrend sein. Glücklicherweise zeigt die Fotografin Sammantha Margaret, dass es auch ein Leben ohne (oder nach der) Ausnutzung und Unterdrückung gibt.

Persönlichkeiten

Sammantha Margaret besucht Lebenshöfe auf der ganzen Welt und fotografiert die dort lebenden Tiere. Ihre Bilder sind beeindruckend. Margaret erschafft mit ihren Fotos einen visuellen Raum für Tiere als individuelle Persönlichkeiten. Sie trägt dazu bei, die tierlichen Personen nicht nur als von oben herab schützenswert sondern als inherent wertvoll anzuerkennen.

Auf einer Augenhöhe

Die ach so kitschige Kraft der Bilder entfaltet mit Hilfe ihrer Perspektive eine tatsächliche Wirkung. Zeigt sie Tiere häufig eben nicht im Kontext von Gewalt und Ausbeutung sondern als Lebewesen auf gleicher Augenhöhe. Das hat für viele deutlich attraktivere Anknüpfungspunkte als Bilder, bei denen man sich regelrecht dazu zwingen muss sie anzuschauen.

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Und letztlich sind die Bilder wirklich schön.